Saint Nicolas: Patois, Panorama und Wege durch die Berglandschaft

File:Calanchi Saint-Nicolas (Italy) 1.JPG File:Calanchi Saint-Nicolas (Italy) 1.JPG Foto: Patafisik via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Saint Nicolas verbindet eine sonnige Hochebene auf 1.200 Metern mit frankoprovenzalischer Sprachkultur, historischen Bauwerken, geologischen Formen und Wegen durch Wald, Feld und alpine Landschaft.

Hochebene mit weitem Panorama

Saint-Nicolas liegt auf einer weitläufigen, sonnigen Hochebene auf 1.200 Metern Höhe. Von Saint-Nicolas reicht das Panorama vom Mont Emilius bis zum Rutor. Die Höhenlage ist damit ebenso Teil des Ortsbildes wie der offene Blick über die umliegende Berglandschaft.

Sprache, Dorfgeschichte und Sammlungen

Jean-Baptiste Cerlogne war ein Dichter des frankoprovenzalischen Dialekts und verfasste zahlreiche Veröffentlichungen, darunter das „Dictionnaire du patois valdôtain“. Das Centre d'études René Willien setzt sich für den Schutz und die Verbreitung des Patois ein und verfügt über eine umfangreiche Bibliothek, die Zeugnis der alpinen Kultur ist. Patois bezeichnet hier den frankoprovenzalischen Dialekt und verbindet sprachliche Themen mit der regionalen Kultur.

Das Dorf Vens liegt auf 1.734 Metern Höhe und verfügt über restaurierte Gebäude sowie alte ländliche Häuser. In der Chiesa parrocchiale di San Nicola stammt wahrscheinlich nur die unter dem Presbyterium gelegene Krypta vom antiken Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert; der Glockenturm stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Das Museo Gerbore in Lyveroulaz befindet sich im historischen Gebäude Maison de la Tôr und beherbergt etwa fünfzig landwirtschaftliche Maschinen aus den 1950er-Jahren. Damit reicht der kulturelle Bogen von Sprache und Literatur über Sakralbau bis zur landwirtschaftlichen Sachkultur.

Langlauf, Wanderung und ungewöhnliche Landschaftsformen

Die nahe dem Hauptort von Saint-Nicolas gelegenen Langlaufloipen führen durch Wälder und sonnige Felder; drei Kilometer davon sind auch nachts beleuchtet. Für eine Wanderung folgt die Route Lac du Joux–Pointe Aouillette dem Weg Nr. 29 am Seeufer entlang und führt in einen Nadelwald. Sie durchquert die auf der Südseite der Pointe Aouillette gelegenen Alpweiden und erreicht den Gipfel auf dem Wasserscheidekamm zwischen dem Zentraltal und dem Vallon de Vertosan.

Das Geosit von Saint-Nicolas umfasst Rinnen, die als Calanchi bezeichnet werden, sowie Erdpyramiden. Im Waldgebiet Bois de la Tour gibt es außerdem einen ausgestatteten Picknickbereich. So ergänzen sich auf engem thematischem Raum Seeufer, Nadelwald, Alpweiden und besondere geologische Formen.

Jahreszeitliche Tradition und Anreise

Bei der Dezarpe de Vertosan werden im Spätsommer die Herden von den hoch gelegenen Almen des Vallon de Vertosan in Avise, von Vétan in Saint-Pierre und aus dem Gebiet von Saint-Nicolas hinabgeführt. Von Aosta aus ist Saint-Nicolas mit der Buslinie „Villeneuve - Saint-Pierre - Saint-Nicolas - Aosta“ erreichbar.

Als Projekt sah „L’AttraversArt“ einen etwa 10 Kilometer langen Kulturweg vor, der im Hauptort von Saint-Nicolas beginnt und Vétan in der Gemeinde Saint-Pierre erreicht.

Weitere Orte entdecken

Weitere Orte: Oyace, Fontainemore, Champoluc, Pont-Saint-Martin, Brengon, Courmayeur und Quart.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Aostatal.

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