Piteglio zwischen Tälern und historischen Wegen

File:Piteglio 01.jpg File:Piteglio 01.jpg Foto: Spike via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Piteglio zwischen Tälern und Geschichte

Piteglio liegt zwischen den Tälern des Torbecchia und des Liesina und überblickt das Val di Lima. In diesem Tal verlief eine wichtige alte transapenninische Straße, die Pistoia mit der Garfagnana verband. Die Lage zwischen den beiden Tälern und die alte Verbindung von Pistoia zur Garfagnana geben Piteglio einen klaren historischen Landschaftsbezug.

Kirchen und historische Ortsbilder

Im 11. und 12. Jahrhundert war Piteglio eine befestigte Burg unter pistoiesischer Kontrolle. Architektonische Zeugnisse dieser Zeit sind heute in den alten Häusern entlang der engen Gassen bis zum Ortszentrum erhalten. Auch der quadratische Glockenturm der Pieve di Santa Maria Assunta verweist auf eine frühere Funktion als Wachturm. Die Pieve selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sowie erneut im 19. Jahrhundert umgebaut.

Eine weitere historische Schicht zeigt die Pieve Vecchia, auch Chiesa della Santissima Annunziata. Sie ist seit 1040 belegt und besitzt einen schlichten einschiffigen Grundriss mit halbrunder Apsis. Zur Kirche gehört eine Außenkanzel, die über eine steinerne Treppe erreichbar ist. Die Pieve Vecchia beherbergt derzeit Ausstellungen oder kulturelle Veranstaltungen.

In der Kapelle der Madonna del Latte wird die Reliquie der heiligen Milch in einer großen hölzernen Altarstruktur aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt.

Archäologie, Wege und Grenzgeschichte

Zur älteren Geschichte der Gegend gehört die archäologische Fundstätte Rio delle Lame im Ortsteil Podere Fontana. Sie umfasst zehn rechteckige und kreisförmige Strukturen mit einer Höhe von über einem Meter. Auf der Valle-Lune-Route wurden außerdem umfangreiche Abschnitte der ursprünglichen Pflasterung aus verschiedenen historischen Epochen freigelegt.

Der von der Vereinigung Valle Lune wiederentdeckte Weg führt durch das Gebiet von San Marcello und Piteglio. In der Umgebung steht zudem die Ponte di Castruccio, die Castruccio Castracani (1281–1328), ein Heerführer und Herr von Lucca, über dem Fluss Lima errichten ließ. Der Fluss bildete zu seiner Zeit die Grenze zwischen Lucca und Pistoia. Neben der Brücke standen einst zwei Zollgebäude, die die Bezeichnung le due dogane trugen und früher den Waren- und Personenverkehr zwischen beiden Gebieten kontrollierten. Am Fluss Lima lagen damit Grenze, Brücke und Zollgebäude an einem räumlich eng gefassten historischen Übergang. Die historischen Schauplätze reichen dabei vom Ortsbild bis zu den Wegen und zur Brücke am Fluss Lima.

Kastanien und Produkte der Bergregion

Der Kastanienanbau war in Piteglio über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Grundlage. Die Kastanie galt als „Brotbaum“ und war für die Bergbevölkerung eine wichtige Nahrungs- und Wirtschaftsressource. Zu den typischen Produkten von Piteglio zählen außerdem Pilze, Heidelbeeren und Käse. Die Kastanie steht dabei zugleich für Anbau, Ernährung und wirtschaftliche Bedeutung in der Bergbevölkerung.

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