Saline in der Toskana: Salz, Geschichte und Wege nach Volterra
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Foto: Unknown author Unknown author via Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Saline ist ein Ort, dessen Charakter unmittelbar aus dem Salz hervorgeht: Aus den geologischen Vorkommen entwickelte sich eine Geschichte von Quellen, Handel, Industrie und lokaler Produktion. Für Ihre Reiseplanung verbindet der Ort kulturhistorische Eindrücke mit einer Verkostung, einer Wanderung auf einer alten Bahnstrecke und Verbindungen nach Volterra. Auch wer die Toskana auf zwei oder vier Rädern erkundet, findet in den Routen einen konkreten Bezug zu Saline.
Salzlandschaft zwischen Geologie und Geschichte
Die Steinsalzvorkommen von Saline entstanden vor etwa sechs Millionen Jahren durch die Verdunstung von salzhaltigem Wasser, das damals das gesamte Gebiet bedeckte. Die langfristige Förderung von Steinsalz aus dem Untergrund hat in Saline große Bodenvertiefungen verursacht. Moie Vecchie ist ein Gebiet in Saline di Volterra, das durch die jahrhundertelange und ununterbrochene Nutzung zahlreicher salzhaltiger Quellen geprägt ist.
Salzwasserquellen, die als „moie“ bezeichnet werden, traten im gesamten Gebiet zwischen Saline, Montegemoli, Querceto und Buriano zutage. Wahrscheinlich wurden sie bereits seit der Zeit der Etrusker genutzt. So begegnen Ihnen in Saline nicht nur einzelne historische Gebäude, sondern auch eine Landschaft, deren heutiger Charakter eng mit dem Salzvorkommen verbunden ist.
Handel, Siedlung und Architektur
Für das Jahr 1100 gilt Saline als erstes Zentrum des Salzhandels in der Toskana. Die industrielle Ausbeutung der Salzlagerstätten von Saline auf Anordnung des Großherzogs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führte zur Entstehung der Siedlung Saline. Der Palazzo dell'Orologio im Komplex der Saline di Stato wurde 1790 unter Großherzog Pietro Leopoldo errichtet.
Historisch wurde Salz von Volterra nach Empoli weitertransportiert und in der gesamten Toskana verteilt. Die Salzressourcen des Gebiets wurden historisch über die Straße Volterra–Valdelsa–Florenz, die sogenannte „Via del sale“, weitergeleitet. Diese Handelswege geben der Ortsgeschichte einen klaren regionalen Rahmen.
Salzproduktion und lokale Spezialitäten
Das in Saline produzierte Salz erreicht eine Reinheit von 99,9 Prozent. BOS ist eine handwerkliche Brauerei innerhalb der Saline. Für die BOS-Salzbier-Sorten kann ein Verkostungsprogramm reserviert werden; die Biere werden unter Nutzung der Energie der Salinen hergestellt. Die Besichtigung umfasst außerdem einen Salzfall in dem von Pier Luigi Nervi entworfenen Pavillon.
Wandern, Radfahren und Motorradrouten
Auf der alten Bahnstrecke Saline–Volterra wird eine mittelschwere Wanderung angeboten, die von I Camminatori Liberi organisiert wird. Die Francigena-Mare-Route 07 ist eine Fahrradverbindung zwischen Saline und Volterra. Eine Motorradtour durch die Valdera führt über Saline di Volterra an der Kreuzung mit der SR68 und sieht dort einen Besuch mit Rückkehr zur Route vor.
Auf der Valdera-Motorradroute ist ein kurzer Zwischenstopp in Saline mit dem Palazzo dell'Orologio verbunden. Der Bahnhof Saline ist der Endbahnhof der Bahnstrecke Cecina–Saline; von dort fährt ein Bus nach Volterra. Bei der Wahl einer Unterkunft können Sie deshalb vom gewünschten Schwerpunkt ausgehen: Salzgeschichte und Architektur führen zu anderen Tagesplänen als die Wanderung, die Fahrradverbindung oder der Motorrouten-Stopp.
Ein Festwochenende im Oktober
Das Patronatsfest Madonna del Conforto ist mit dem zweiten Oktoberwochenende in Saline verbunden. Zu dieser Feier gehört eine Dorffestmesse, bei der auch die Festa della patata in salamoia stattfindet.
Weitere Reiseziele: Prato D'era, Pignano, Villamagna, Mazzolla
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