Montereggio: befestigtes Dorf mit Buchhändlergeschichte
Montereggio zwischen Festungsgeschichte und Buchkultur
Montereggio ist ein antikes befestigtes Dorf in strategischer Lage. Von hier aus wurde die über den Valico dei Casoni führende Verbindung zwischen dem Magratal, der Via Francigena und dem Ligurischen Meer kontrolliert. Das Feudalterritorium von Montereggio entstand im Jahr 1573. Pass, Tal, historische Route und Meer gehören damit zu den geografischen Bezugspunkten dieser Ortsgeschichte.
Kirche, Glockenturm und mittelalterliches Portal
Im Zentrum des Ortes steht die Kirche Santo Apollinare und San Francesco Fogola. Ihr Glockenturm ist heute an die Halbfront angebaut. Der Turm hatte außerdem eine Verteidigungsfunktion und stand mit anderen Türmen in Verbindung, die heute im Gebiet nicht mehr vorhanden sind. Die heutige bauliche Form und die frühere Aufgabe des Turms gehören zu unterschiedlichen Abschnitten seiner Geschichte.
Am Zugang zum Ort befindet sich auf der Piazza Arnoldi ein mittelalterliches Steinportal. Der Zugang ist damit durch einen konkreten Platznamen und ein mittelalterlich datiertes Bauwerk bestimmt.
Palazzo dei Marchesi Malaspina und Brunnenplatz
Der Palazzo dei Marchesi Malaspina ist eine feudale Residenz. In seinen Bau sind zwei Türme eines älteren, teilweise erhaltenen Schlosses integriert. Die Residenz bewahrt damit innerhalb ihres Baukörpers Bestandteile einer früheren Schlossanlage.
Auf der Piazza Mondadori, die auch Piazza della Fontana heißt, steht ein Steinbrunnen aus dem Jahr 1856. Der Brunnen war damals die einzige Wasserquelle für die Einwohner Montereggios. Der zweite Name des Platzes nimmt unmittelbar auf dieses Bauwerk Bezug.
Das Bücherstädtchen Montereggio
Montereggio gilt als Italiens einziges „Bücherstädtchen“. Die Geschichte der ambulanten Buchhändler reicht bis in die Renaissance zurück. Seit dem 19. Jahrhundert brachten ambulante Buchhändler aus Montereggio Bücher in Städte Mittel- und Norditaliens. Der Buchhandel gehört damit zu einer Geschichte, deren zeitlicher Anfang in der Renaissance liegt und deren Wege später bis in mittel- und norditalienische Städte führten.
In Montereggio wurde 1959 ein Denkmal für den ambulanten Buchhändler errichtet.
Francesco Fogolla und die Vatikanischen Museen
In der Kirche Sant’Apollinare werden Reliquien des chinesischen Märtyrerbischofs Francesco Fogolla sowie das Taufbecken aufbewahrt, an dem er getauft wurde. Beide Erinnerungsstücke sind in derselben Kirche mit Francesco Fogolla verbunden.
Die strategische Bedeutung Montereggios wird durch seine Darstellung in der Galleria delle Carte Geografiche der Vatikanischen Museen bezeugt.
Frühlingsbrauch und Landschaftsbezug
Der Cantamaggio ist in Montereggio eine Tradition mit Volksliedern, Frühlingsfarben und Gemeinschaft. Der musikalische, farbliche und gemeinschaftliche Charakter gehört gleichermaßen zu diesem Brauch.
Der Cammino delle Maestà gilt als ideale Verbindung zwischen zwei wichtigen Naturräumen im Gebiet des antiken Lunezia. Der Landschaftsbezug erweitert die historischen Themen Montereggios um eine Verbindung zwischen zwei Naturräumen.
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