Sant'Appiano: Pieve, Antiquarium und Spuren der Antike

File:Barberino Val d'Elsa, Chiesa di Sant'Appiano 01.JPG File:Barberino Val d'Elsa, Chiesa di Sant'Appiano 01.JPG Foto: Mattis via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Pieve di Sant'Appiano auf dem Zypressenhügel

Auf einem malerischen Hügel, umgeben von hohen Zypressen, steht die Pieve di Sant'Appiano. Ihre Geschichte lässt sich bis in ein Dokument aus dem Jahr 990 zurückverfolgen. Zugleich bewahrt die Kirche vorromanische Bauelemente: Dazu gehören Teile des linken Kirchenschiffs, die Apsis und die Krypta. Für Ihre Reiseplanung verbindet sich hier die Wirkung eines markanten Landschaftsbildes mit einer ungewöhnlich frühen historischen Spur. Die Jahreszahl 990 markiert die schriftliche Erwähnung; die vorromanischen Teile gehören zur erhaltenen Architektur.

Archäologie in der Pieve

In der Pieve di Sant'Appiano ist das Antiquarium Sant'Appiano untergebracht. Es enthält archäologische Funde aus Sant'Appiano, San Martino ai Colli und Semifonte und erweitert damit den Blick über das einzelne Kirchengebäude hinaus.

Zu den Exponaten gehören etruskische Grabbeigaben aus Gräbern, die in San Martino ai Colli entdeckt wurden. Sie stammen aus der Zeit vom 7. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. Ein rotfiguriger Säulenkrater aus dem 4. Jahrhundert v. setzt einen weiteren Akzent innerhalb der archäologischen Präsentation. Zwischen Grabbeigaben und Krater liegen dabei mehrere Jahrhunderte. Wer sich für die ältere Geschichte Italiens interessiert, begegnet hier konkreten Objekten aus unterschiedlichen Epochen statt nur einer einzelnen historischen Jahreszahl.

Besondere Stücke im Antiquarium

Auch einzelne Werke geben dem Antiquarium ein eigenes Profil. Im zweiten Saal wird eine Sandsteinskulptur mit einem Putto gezeigt, der auf einem Hund reitet. Hinzu kommt eine hellenistische Alabasterurne mit einem Relief des Raubs der Proserpina. Ihr Deckel ist mit einer halbliegenden männlichen Figur verziert.

Das einzige im Antiquarium ausgestellte Gemälde ist eine Tafel mit der Madonna mit dem Kind, Johannes dem Täufer, dem heiligen Antonius von Padua und zwei Engeln. Gemalt wurde sie vom Maestro di Signa, einem anonymen Künstler der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damit stehen in Sant'Appiano archäologische Funde, mittelalterliche Kunst und sakrale Baugeschichte unmittelbar im Mittelpunkt Ihrer kulturellen Orientierung. Die Motive reichen vom Putto auf einem Hund bis zum Raub der Proserpina.

Historische Spuren und Wege

Zur Geschichte der Pieve gehört auch das antike Baptisterium von Sant'Appiano, das 1805 infolge eines Erdbebens einstürzte. In der Nähe der Pieve wurden außerdem archäologische Überreste eines Komplexes aus dem 8. Jahrhundert v. entdeckt. Diese beiden Zeugnisse ergänzen die Baugeschichte um eine markante Zäsur und um eine noch ältere archäologische Ebene.

Für die Verbindung von Kultur und Bewegung ist die Pieve di Sant'Appiano die erste Station des örtlichen Rundgangs „Luoghi e storie dell’arte romanica: un viaggio tra pievi e chiese medievali“. Außerdem beginnt hier der Rundweg „Anello di Sant'Appiano“. Für die Tagesplanung treffen an der Pieve ein Rundgang und ein Rundweg am selben Ausgangspunkt zusammen.

Weitere Orte zur Orientierung: San Filippo A Ponzano, Marcialla, Vico D'elsa, Monsanto.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Barberino Val D'elsa.

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