San Piero a Sieve zwischen Medici-Erbe und Wanderwegen

File:Via degli Dei, Scarperia e San Piero, Pieve di San Pietro (San Piero a Sieve) 01.jpg File:Via degli Dei, Scarperia e San Piero, Pieve di San Pietro (San Piero a Sieve) 01.jpg Foto: Mongolo1984 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

San Piero a Sieve ist ein Ort, in dem sich mittelalterliche Sakralgeschichte, Medici-Architektur und Wege in eine ländlich geprägte Umgebung begegnen. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich dadurch unterschiedliche Schwerpunkte: historische Bauwerke, ein Etappenbeginn im Ortszentrum, Waldwege sowie Märkte und Feste mit lokalen Produkten.

Sakrale Geschichte und Medici-Architektur

Das heutige Gebäude der Pieve di San Pietro stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und wurde wahrscheinlich über einem älteren Bau errichtet; erwähnt ist die Pieve bereits in einem Dokument von 1018. In ihr befindet sich ein glasierter Terrakotta-Taufbrunnen, der Giovanni della Robbia zugeschrieben wird. Die Pieve zählt zu den ältesten, möglicherweise zur ältesten, Pfarrkirchen des Mugello.

Die Fortezza S. Martino wurde auf Veranlassung der Medici begonnen: Der Baubeginn war am 30. Juni 1569, während Bernardo Buontalenti die endgültige Gestaltung wahrscheinlich im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts vollendete. Die Festung besitzt einen unregelmäßigen Verteidigungsring mit sieben Bastionen und erstreckt sich über etwa eine Meile.

In San Piero a Sieve befindet sich außerdem die Villa Medicea del Trebbio, eine von der UNESCO als Welterbe anerkannte Medici-Residenz. Cosimo de’ Medici ließ sie von Michelozzo auf den Überresten eines feudalen Turms errichten. Die Villa ist in Privatbesitz, kann aber nach Vereinbarung besichtigt werden.

Ankommen und unterwegs sein

Der Bahnhof San Piero a Sieve liegt innerhalb des Ortes und ist vom Ortszentrum aus leicht erreichbar. Wenn Sie eine Unterkunft in San Piero a Sieve wählen, können Sie diese Lage ebenso berücksichtigen wie den Beginn der Via degli Dei: Die Etappe startet im historischen Zentrum und folgt der Beschilderung zur Fortezza Medicea.

Die Route von San Piero a Sieve nach Montesenario führt über eine ansteigende unbefestigte Straße durch Zypressenreihen zu dem Hügel, auf dem das Castello del Trebbio liegt. Die ländlich geprägte Umgebung und die Wälder um den Ort umfassen alte Saumpfade, unbefestigte Straßen und Wege, die sich zum Trekking, Radfahren und für Ausritte eignen. Eine Kirche steht auf einem Hügel mit Blick auf das Castello del Trebbio.

Oratorio, Märkte und lokale Spezialitäten

Im Oratorio della Compagnia befand sich seit 1275 das alte Krankenhaus des Ortes. Derzeit wird das Oratorio von der Pro Loco San Piero a Sieve APS verwaltet und eignet sich für Kunstausstellungen, Fotoausstellungen sowie gesellschaftlich-kulturelle Tagungen.

Mercanzie in Piazza ist ein kostenloser gemischter Markt für Kunsthandwerk, Antiquitäten und Haushaltsauflösungen. Er findet außer im August jeden zweiten Sonntag des Monats entlang der Via Provinciale in San Piero a Sieve statt. Bei der Festa del Marrone e dei Prodotti Tipici können Besucher Süßspeisen aus Esskastanien, Ciambelline und Ficattole probieren sowie typische Waren direkt bei den anwesenden örtlichen Landwirtschaftsbetrieben kaufen. Drei ganze Herbstsonntage sind dabei den Esskastanien, ihren Rezepten und lokalen typischen Produkten gewidmet.

Für die Fortezza S. Martino ist jährlich eine öffentliche Führung durch die Eigentümer vorgesehen.

Weitere Orte für Ihre Reiseplanung

Ergänzend können Sie auch diese Orte auf Ihrer Reiseplanung berücksichtigen: Barberino Di Mugello, Barberino Val D'elsa, Spedaletto, Montespertoli, Petrognano, Ostina, Greve In Chianti, Lazzeretto.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Florenz.

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