Scicli: Barocke Kultur und Küste im Val di Noto

File:97018 Scicli, Province of Ragusa, Italy - panoramio (3).jpg File:97018 Scicli, Province of Ragusa, Italy - panoramio (3).jpg Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Scicli liegt im Val di Noto und ist ein Reiseziel zur Entdeckung des barocken Siziliens. Zugleich ist die Stadt eine der acht städtischen Teilkomponenten des UNESCO-Welterbes „Spätbarocke Städte des Val di Noto“. Wenn Sie Scicli als Reiseziel auswählen, können Sie historische Architektur, Kunst und religiös geprägte Orte mit der Küste verbinden.

Barocke Stadtbilder, Kunst und Kirchen

Im Palazzo Spadaro werden Werke von Künstlern der Gruppo di Scicli gezeigt, darunter Piero Guccione und Franco Sarnari. Das Museo del Costume di Scicli zeigt Objekte zur Geschichte der Kleidung vom 18. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie zur volkstümlichen Stick- und Webtradition und weitere Exponate der materiellen Kultur. So treffen in Scicli Kunst und überlieferte Alltagskultur aufeinander.

Die Via Francesco Mormino Penna bildet ein Ensemble aristokratischer Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Die Chiesa di San Giovanni Evangelista beherbergt ein aus Spanien stammendes Werk des 17. Jahrhunderts, den sogenannten „Cristo di Burgos“, das Christus am Kreuz im Priestergewand darstellt; diese Ikonografie gilt in Italien als sehr selten. Die Innenausstattung der Kirche besitzt reichen Stuck und Vergoldungen. Die Chiesa di Santa Teresa ist eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit dekorativer Kunst, einer ausgemalten Gewölbedecke und weißen Steindekorationen an den Säulen. Ihr Fußboden besitzt geometrische Intarsien aus schwarzem und weißem Stein.

Der Palazzo Bonelli-Patanè besitzt ein Interieur im Liberty-Stil mit Stuck, wertvollen Möbeln und Gemälden von Raffaele Scalia, die zwischen 1928 und 1938 entstanden. La Stanza del Questore bewahrt originale Einrichtungsgegenstände aus dem frühen 20. Jahrhundert sowie Werke lokaler Künstler. Das Commissariato di Vigata befindet sich im Erdgeschoss des Rathauses von Scicli aus dem frühen 20. Jahrhundert und stellt die Polizeiwache aus der Fernsehserie „Il Commissario Montalbano“ dar. Damit bietet Scicli neben historischen und religiösen Motiven auch einen Bezug zur Filmgeschichte.

Küste und mediterrane Landschaft

Scicli verfügt über 20 Kilometer Küste, 18 Kilometer feine Sandstrände und vier Badeorte. Das Naturschutzgebiet Macchia Foresta del Fiume Irminio schützt die Flussmündung und eine mediterrane Küstenlandschaft mit Sandufern, ins Meer abfallenden Klippen und wandernden Dünen. Für Ihre Reiseplanung entsteht dadurch ein Wechsel zwischen barocker Stadtgeschichte und unterschiedlichen Landschaftsbildern am Meer.

Schluchten, Felsensiedlung und Hügelkirche

Die Cava di San Bartolomeo ist eine natürliche Schlucht, die durch den Bach San Bartolomeo im Kalkstein entstanden ist. Chiafura ist eine Felsensiedlung byzantinischen Ursprungs, die bis in die 1950er-Jahre bewohnt war. San Matteo war bis 1874 die Hauptkirche von Scicli und erhebt sich auf dem Hügel oberhalb der Stadt.

Feste mit religiöser Tradition

Das Fest der Madonna delle Milizie findet am letzten Samstag im Mai statt und umfasst eine szenische Nachstellung, die mit der wundersamen Erscheinung der auf einem Pferd reitenden Jungfrau ihren Höhepunkt erreicht. Die Cavalcata di San Giuseppe ist eine im März stattfindende Pferdeprozession mit Blumenschmuck, die an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten erinnert. Diese Feste ergänzen die dauerhaften Kulturorte um zeitlich festgelegte religiöse Traditionen.

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