Cannizzara: Höhlen, Felskirchen und die Modica-Cottoia-Ackerbohne
Cannizzara zwischen Schlucht und Kulturlandschaft
Cannizzara ist eng mit der Cava d’Ispica und ihren kulturgeschichtlichen Spuren verbunden. Die Cava d’Ispica bildet einen etwa 13 Kilometer langen, tiefen Taleinschnitt im Hybläischen Plateau zwischen Modica und Ispica.
In der Cava d’Ispica kann das Höhlendorf Le Grotte Cadute weiterhin besichtigt werden. Die in den Fels gearbeiteten Räume stehen dabei für eine besondere Form der Besiedlung, die sich von freistehender Architektur deutlich unterscheidet. Wer sich für gewachsene Landschaften und historische Wohnformen interessiert, findet hier einen konkreten Zugang zur Eigenart des Tales.
Felskirchen und archäologische Spuren
Zu den religiösen Stätten gehört die Felskirche Chiesa di San Nicola. Sie besteht aus einer etwa 4 × 4,5 Meter großen rechteckigen Kammer mit einer Apsis. An ihren Wänden sind die Reste von fünf Andachtstafeln erhalten. Gerade die überschaubare Größe und die erhaltenen Wandspuren machen den Ort zu einem präzisen Beispiel für die sakrale Nutzung des Felsraums.
Oberhalb der Chiesa di San Nicola liegt San Pancrati im nördlichen Teil der Cava d’Ispica, im Gebiet von Modica und in der Contrada Cannizzara. Heute sind von San Pancrati nur Ruinen sichtbar; die Bauzeit wird in das 5. oder 6. Jahrhundert n. Chr. datiert.
Auch Baravitalla liegt im nördlichen Teil der Cava d’Ispica. Dort wurden ein befestigtes prähistorisches Dorf und eine Nekropole mit etwa fünfzig künstlich angelegten Felsgräbern gefunden. In der Contrada Baravitalla befindet sich außerdem das sogenannte Fürstengrab, italienisch Tomba a finti pilastri. Das Fürstengrab wird der älteren Bronzezeit und der Castelluccio-Fazies zugeordnet; für seine Datierung werden etwa 2200–1450 v. angegeben.
Die Grotta dei Santi ist eine weitere Felskirche in der Cava d’Ispica. Sie wurde von christlich-byzantinischen Gemeinschaften genutzt. An ihren Wänden befinden sich byzantinische Malereizyklen mit etwa 31 Figuren von Heiligen und Bischöfen. Für kulturinteressierte Besucher ergibt sich so ein Einblick in eine religiöse Bildwelt, deren Spuren unmittelbar mit dem Felsraum verbunden sind.
Landschaft und regionale Spezialität
Im regionalen Umfeld von Cannizzara, im Gebiet der Cava d’Ispica nahe La Larderia, ist die Landschaft sehr gut erhalten und von typischer mediterraner Macchia geprägt. Diese Verbindung aus tief eingeschnittenem Tal und mediterraner Vegetation gibt den historischen Stätten ihren landschaftlichen Rahmen. Sie können Ihre Schwerpunkte daher zwischen archäologischen Besichtigungen, Felskirchen und dem Charakter der Umgebung setzen.
Zum traditionellen Produktionsgebiet der Modica-Cottoia-Ackerbohne gehört das Dorf Cannizzara. Die Spezialität bringt zudem einen saisonalen Aspekt in die regionale Küche: Nach Ende Mai kann die Modica-Cottoia-Ackerbohne frisch verzehrt werden, getrocknet ist sie das ganze Jahr über erhältlich. Wenn Sie Ihre Unterkunft in Cannizzara auswählen, kann dieser regionale Bezug ebenso zu Ihren Interessen passen wie die Konzentration auf die Zeugnisse der Cava d’Ispica.
Cannizzara eignet sich besonders für eine Reiseplanung, bei der Sie konkrete Kulturstätten mit mediterraner Landschaft und einer regional verankerten Spezialität verbinden möchten.
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