Calascibetta: Kirchen, Felsensiedlungen und mittelalterliche Spuren

Foto: Alesia Belaya

Calascibetta verbindet einen historischen Ortskern mit einer ungewöhnlich dichten Folge von Kirchen, Felsensiedlungen und Spuren verschiedener Epochen. Der Ortskern bewahrt seine mittelalterliche städtebauliche Struktur. Zugleich gehört das Gemeindegebiet zum Rocca di Cerere UNESCO Global Geopark, der sich im zentralen Sizilien über die Monti Erei erstreckt. Für eine Reise mit kulturellem Schwerpunkt bietet Calascibetta damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte: sakrale Architektur, jüdische Geschichte, in den Fels gearbeitete Räume und historische Wege liegen als eigenständige Themen im Ort und seinem Umfeld vor.

Die Chiesa Madre und ihre vielschichtige Geschichte

Ein zentraler Ort ist die Chiesa Madre. Sie wurde über den Ruinen des früheren Castello Marco errichtet. Im Inneren des früheren Schlosses ist durch ein Fenster im Fußboden eine teilweise sichtbare paläochristliche Felskirche zu sehen. Die Chiesa Madre wurde 1340 fertiggestellt und 1342 von König Peter II. von Aragón zur Regia Cappella Palatina ernannt. Außerdem gilt sie als eine der bedeutendsten Ausdrucksformen der katalanischen Kunst in der Provinz Enna.

Auch die Geschichte der Chiesa Maria SS. della Catena verweist auf den religiösen und gesellschaftlichen Wandel Calascibettas. Die Kirche entstand aus der örtlichen jüdischen Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden aus Sizilien im Jahr 1943 in eine katholische Kirche umgewandelt wurde. Im jüdischen Viertel lebten im 14. Jahrhundert 25 jüdische Familien. Der Bevaio an der Via Giudea alta besteht aus einem monolithischen runden Becken aus Cutu-Stein und gilt als die heute erkennbare historische Brunnenanlage dieses Viertels.

Felsensiedlungen und historische Wege

Die Nekropole von Realmese gilt als zweitgrößte pantalikanische Nekropole Siziliens. Sie umfasst 288 Gräber des pantalikanischen Typs aus dem Zeitraum vom 9. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. Genutzt wurde sie zunächst in der protogeometrischen beziehungsweise protostorischen Zeit und später in der archaischen Zeit. Durch das Gebiet führt die Regia trazzera Calascibetta–Gangi; dort sind noch Abschnitte der historischen Pflasterung aus Cutu-Stein sowie ein in den Fels gehauener Wegabschnitt zu sehen.

Canalotto ist eine Felsensiedlung aus der spätantiken römisch-byzantinischen Zeit. Zu ihr gehören zwei zweigeschossige Felsenkirchen und etwa 30 Höhlen, die sich teilweise über mehrere Ebenen erstrecken. Die Via Carcere ist ein typisches Beispiel für die rupestrische Siedlungsform von Calascibetta. Die dortigen Höhlen wurden in grauen Kalkarenit gehauen.

Praktische Orientierung für den Besuch

Die Chiesa Madre ist zu Fuß zugänglich, für Personen mit eingeschränkter Mobilität jedoch nicht erreichbar, und ohne Eintrittsgebühr zugänglich. Auch die Nekropole von Realmese und Canalotto sind zu Fuß zugänglich, nicht für Personen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar und ohne Eintrittsgebühr. Anders ist die Situation an der Via Carcere: Sie ist zu Fuß zugänglich, für Personen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar und ohne Eintrittsgebühr. Diese Unterschiede sind für Ihre Tagesplanung wichtig, wenn Sie historische Orte mit verschiedenen Mobilitätsbedürfnissen verbinden möchten.

Calascibetta gehört außerdem zu den Orten, die durch den Cammino dell’Antica Trasversale sicula miteinander verbunden sind. Wer sich für historische Landschaften und regionale Kultur interessiert, findet hier deshalb sowohl ortsbezogene Bauwerke als auch Zeugnisse früherer Siedlungsformen und Wege.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Enna.

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