Saronno: Kunst, Industriegeschichte und Amaretti

File:Saronno - crossing.jpg File:Saronno - crossing.jpg Foto: Tiia Monto via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Saronno verbindet Kunst, lokale Geschichte, Industrieerbe und kulinarische Traditionen mit grünen Wegen und Wiesen. Wer die Stadt nicht nur als Ortsnamen, sondern über ihre konkreten Sammlungen, Bauwerke und Spezialitäten kennenlernen möchte, findet hier unterschiedliche Themen für eine individuell geplante Italienreise.

Sammlungen, Kunst und Theater

Die Villa Gianetti wurde 1919 von der Familie Gianetti im lombardischen Neorenaissance-Stil als bedeutendes Beispiel für die späte Phase des Eklektizismus in Auftrag gegeben und errichtet. In der Villa befinden sich die De-Rocchi-Sammlung, die dem Maler Francesco De Rocchi gewidmet ist, und die Cavallari-Sammlung zu Ehren der Sopranistin Giuditta Pasta. Während der Öffnungszeiten sind kostenlose selbstständige Besichtigungen oder Führungen für kleine Gruppen möglich.

Der Museumsrundgang „La Divina | Giuditta Pasta“ vermittelt die Geschichte der Sängerin anhand ihres Tagebuchs, bebilderter Vorhänge und persönlicher Gegenstände. Eine weitere kulturelle Adresse ist das Museo Giuseppe Gianetti, das 1994 eröffnet wurde. Es beherbergt kostbare Keramiken aus dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart in einer Villa aus dem Jahr 1940. Zugleich wurde es als Ort des Andenkens und Sammelns sowie als Raum für kreativen Ausdruck, Dokumentation und Forschung in den visuellen, plastischen und dekorativen Künsten konzipiert.

Das MILS – Museo delle Industrie e del Lavoro del Saronnese bewahrt Produkte und Maschinen der bedeutendsten Unternehmen, die im Raum Saronno tätig waren. Inhaltlich reicht der Blick von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Wirtschaftsboom der 1960er-Jahre und schließt bedeutende Abschnitte der lombardischen und darüber hinausgehenden Produktionsgeschichte ein. Das Teatro Giuditta Pasta ergänzt dieses Spektrum mit Schauspiel, Musik, Tanz, Oper, Operette und Komik. Bildungs- und Theaterworkshops richten sich an Menschen jeden Alters.

Historische Spuren und lokale Spezialitäten

Casa Morandi entstand Ende des 16. Jahrhunderts unter dem Namen „Osteria dell’Angelo“ als gastronomischer Ort für Pilger des nahegelegenen Santuario della Beata Vergine dei Miracoli. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude zu einer der bedeutendsten Pferdepoststationen an der Strecke Mailand–Como–Varese in Richtung der Alpenpässe. In der Biblioteca Civica von Casa Morandi sind vier großformatige Gemälde von Stefano Maria Legnani (Il Legnanino) aus dem frühen 18. Jahrhundert ausgestellt. Sie stellen den Mythos von Bacchus und Ariadne nach Ovids „Metamorphosen“ dar.

Auch kulinarisch ist Saronno klar erkennbar: Die Amaretti-Kekse und der Amaretto-Likör haben den Namen der Stadt weltweit bekannt gemacht. Der lokalen Legende zufolge geht die Entstehung der Amaretti di Saronno auf den Besuch des Mailänder Kardinals Benedetto Erba Odescalchi im Jahr 1718 im Santuario della Beata Vergine dei Miracoli zurück. Ein junges Paar soll damals aus Zucker, Aprikosenkernen und Eiweiß runde Kekse zubereitet haben.

Park, Wiesen und Radweg

Der Parco territoriale di Saronno umfasst etwa fünf Hektar Aufforstungen mit einheimischen Arten und vier Hektar begehbare Wiesen. Außerdem gibt es einen Picknickbereich mit Trinkbrunnen. Ein mehr als zwei Kilometer langer Radweg vom Park in Saronno führt durch ein Wäldchen nach Rovello Porro und anschließend weiter nach Rovellasca.

Orientierung in Saronno

In Verbindung mit dem Santuario della Beata Vergine dei Miracoli steht die Station Saronno Centro von Ferrovie Nord Milano.

Weitere Ziele für Ihre Reiseplanung: Bodio Lomnago, Brebbia, Arcumeggia, Pino Sulla Sponda Del Lago Maggiore, Brenta, Colmegna, Castellanza, Brissago-Valtravaglia.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Varese.

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