Prata Camportaccio: Moränenlandschaft, Kastanienhaine und Wege

Prata Camportaccio liegt auf einem quartärzeitlichen, von Gletschern abgelagerten Moränenamphitheater am Fuß des Monte Beleniga und des Pizzo Prata, an den Felsen von Dona. Diese Verbindung aus geologischer Landschaft, Bergkulisse und historischen Spuren gibt dem Ort ein vielschichtiges Profil für eine individuell geplante Reise.

Landschaft zwischen Moränen und Kastanien

Der Bach Schiesone trägt weiterhin zur Erosion der Fundamente der alten Moränen von Prata bei. In der Ortschaft Porettina vecchia bildet der Bach Trebecca einen Wasserfall. Auch der Kastanienhain von Prata Camportaccio ist ein prägender Landschaftsraum: Seit 2002 wurden dort mehr als 200 Edelkastanien durch Erhaltungsschnitt und Veredelung auf Wildunterlagen gepflegt. Der Hain erstreckt sich über mehr als 10 Hektar.

Wanderwege mit unterschiedlichen Etappen

Die Pista della Rebbia führt von Prata Camportaccio über die Via San Cristoforo nach Pratella und verläuft dabei durch Bilinghero, Stovano Inferiore und Stovano Superiore. Für eine längere Bergwanderung führt der Fußweg zum unbewirtschafteten Rifugio Il Biondo über die Brücke über den Schiesone, erreicht nach etwa einer Stunde Pratella und anschließend nach weiteren etwa eineinhalb Stunden die Hütte. Über deren Website können Sie Übernachtungen reservieren.

Zum Rifugio Il Biondo führt außerdem eine Route von Chiavenna nach Dona in Prata Camportaccio, die anschließend über Lottano, Nirola und Pradotti ansteigt. Die Wanderung zur Hütte verläuft über zwei Routen an den beiden Seiten des Val Schiesone. Ein Abzweig vor Uschione führt in das vom Pizzo di Prata beherrschte Tal des Bachs Schiesone und steigt zur Alpe Pradotti und zur Alpe Belvedere an.

Die Route von Prata Camportaccio nach Uschione erreicht nach einem kurzen Abstecher nach Lotteno die kleinen, charakteristischen Orte Uschione und Nesossi. Der Sentiero del castagneto ist ein leicht begehbarer Rundweg durch Kastanienhaine, alte Siedlungskerne und traditionelle Grèe. Dabei handelt es sich um Gebäude zum Räuchern von Kastanien.

Geschichte und lokale Besonderheiten

Die Kirche Sant’Eusebio in Prata Camportaccio ist erstmals für das Jahr 1178 belegt. Bei der Station San Cassiano markiert ein kleiner Glockenturm die Kirche, die 1893 die durch eine Überschwemmung zerstörte mittelalterliche Kirche ersetzte. Ein nahe an der Bahn gelegener, stimmungsvoller Krötti-Komplex in Prata Camportaccio eignet sich als kurzer Zwischenstopp auf der Route.

Die Felsgravuren von Dona bezeugen, dass Prata in der Vorgeschichte des Tals ein wichtiger Orientierungspunkt war. Sie liegen an einer besonders günstigen Stelle zur Kontrolle des Tals. Entlang des Weges zwischen Chiavenna und dem Ortsteil Dona können Felsgravuren aus der späten Bronzezeit besichtigt werden.

Auch die Kastanienkultur gehört zur örtlichen Identität. Das Consorzio Forestale baut seit 2017 auf kleinen Parzellen in Prata Camportaccio den Mais rostrato di Valchiavenna an. Fünf Kastaniensorten aus Prata Camportaccio sind die einzigen in der Lombardei, die in das Register für die landwirtschaftliche und ernährungsbezogene Biodiversität aufgenommen wurden. Die Veranstaltung „La giornata del castagneto“ findet am letzten Sonntag im Oktober in Stova all’Orlo di Prata statt und umfasst didaktische Besichtigungen für Schulen oder Gruppen.

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Anreise und weitere Reiseziele

Auf der Bahnstrecke der Valchiavenna ist Prata Camportaccio der erste erreichte Bahnhof. Für Ihre weitere Reiseplanung können Sie auch Cataeggio, Novate Mezzola, Santa Caterina Valfurva, Torre Di Santa Maria, San Cassiano, Albosaggia, Sant’Antonio Albareda und Valfurva ansehen.

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