Gordona zwischen Crotti, Bergwegen und Val Bodengo
Gordona verbindet lokale Geschichte, alpine Wege und eine eigenständige Esskultur. Der Torre di Segname, die Crotti von Gordona und die Berglandschaft rund um Val Pilotera geben dem Ort unterschiedliche Facetten. Dazu kommen historische Kirchen, Brücken und Wege sowie anspruchsvolle Aktivitäten im Val Bodengo.
Türme, Crotti und historische Wege
Der Torre di Segname stammt wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Er wird erstmals im Jahr 1213 in einem Streit zwischen dem Bischof von Como und der Gemeinde Chiavenna über die Rechte am Torre di Gordona erwähnt. Unter den zahlreichen Signaltürmen im Valchiavenna ist er der einzige, der seit dem 9. Jahrhundert praktisch unversehrt erhalten geblieben ist.
Ein eigenes Ortsbild prägen die Crotti von Gordona. Sie liegen an zwei annähernd parallelen Straßen, die durch Treppen miteinander verbunden sind. Traditionell dienten die Crotti zur Lagerung von Wein, Käse und anderen Lebensmitteln. Ergänzend dazu liegen die Crotti di Bodengo auf 1.030 Metern Höhe und gelten als die höchstgelegenen Crotti im Valchiavenna.
Die historische Mulattiera von Gordona wurde in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gebaut. Sie sollte den Bewohnern den Zugang zu den Almen mit Familien, Lasten und Vieh ermöglichen. Auch die von Hand ausgehauenen monolithischen Blöcke I büi di Menarola erinnern an die Arbeitsamkeit und handwerkliche Geschicklichkeit der Vorfahren in vergangenen Jahrhunderten.
Almen, Aussicht und sakrale Orte
Der Lago della Piodella liegt auf der Höhe des Val Pilotera, unweit der gleichnamigen Alm, auf über 2.000 Metern und ist ein außergewöhnlicher Aussichtspunkt. In Cima prägen eine Rundkirche aus dem Jahr 1882 und ein später im Jahr 1935 errichteter Glockenturm die Almsiedlung auf unverwechselbare Weise.
Auch die Kirchen von Gordona und seiner Umgebung tragen konkrete kunst- und kulturgeschichtliche Details. Die Chiesa di Santa Caterina ist über eindrucksvolle Kreuzwegstationen aus dem 18. Jahrhundert erreichbar. In der Chiesa di San Martino stammen die Taufkapelle, drei Beichtstühle und der Orgelbalkon von Giovanni Albiolo aus Bellagio; die Werke gehören dem 17. und 18. Jahrhundert an. Die Ponte Boggia wurde im Jahr 1766 wiederaufgebaut.
Die Geschichte der Ponte Boggia umfasst außerdem mehrere Bauphasen. Früher überspannte die Brücke einen vom gleichnamigen Bach gebildeten Wasserfall. Im Jahr 1983 wurde sie durch ein Hochwasser zerstört und anschließend mit einer Betondecke wiederhergestellt. Eine weitere Konstruktion ist Pont secret, eine Brücke aus Metallseilen und Holzbrettern, die mit einer besonderen Technik gebaut wurde und wahrscheinlich einzigartig im Valchiavenna ist.
Wandern, Canyoning, Klettern und Radfahren
Der Sentiero dei crotti zwischen Cama im Schweizer Kanton Graubünden und Gordona wurde im Jahr 2005 eröffnet. Alpe Cima ist über einen bequemen Weg von der Seite von Menarola oder über einen steilen Gratweg ab Cermine erreichbar.
Beim Canyoning im Val Bodengo gibt es smaragdgrüne Becken, natürliche Rutschen und Wasserfälle, für die Seile oder spezielle Techniken erforderlich sind. Das Canyoning wird von zertifizierten Bergführern mit Canyoning-Ausbildung geleitet. Die Tour Val Bodengo 2 ist eine anspruchsvolle Tour mittleren Schwierigkeitsgrads, dauert 3,5 bis 4 Stunden und setzt bereits Erfahrung voraus.
Auch Felsklettern und Radfahren gehören zu den beschriebenen Möglichkeiten. Die Placche del Boggia tragen auch die Bezeichnung Paradis di Can und sind ein Klettergebiet im Val Bodengo. Die Radroute Gordona–Donadivo ist 4 Kilometer lang, weist 470 Höhenmeter auf und kann mit einem Mountainbike oder einem normalen Fahrrad befahren werden.
Füghiascia und Feste in Gordona
Die Füghiascia ist das typische Gericht von Gordona. Ursprünglich wurde sie aus Mehl, Wasser, Salz und kalter Polenta zubereitet. Die Festa della Füghiascia wurde in Gordona im Jahr 1985 für den Monat Mai eingeführt. Bei diesem Fest wird die Focaccia vor Ort nach einem kodifizierten und vereinheitlichten Rezept geknetet, gebacken und serviert.
Ein weiterer fester Bezugspunkt im Jahreslauf ist die Festa di San Bernardo. Sie findet am vorletzten Augustwochenende in den Crotti di Bodengo jenseits der Brücke über den Boggia statt.
Gordona als Ausgangspunkt für Ihre Planung
Gordona ist für die Wanderung Donadivo–Cermine–Alpe Cima mit einem STPS-Bus ab Chiavenna erreichbar. Donadivo kann nach dem Erreichen von Gordona mit dem Auto angefahren werden, sofern zuvor eine Genehmigung erworben wurde.
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