Ostiglia am Po: Geschichte, Natur und Radfahren
Ostiglia am Po: Geschichte, Natur und Radfahren
Ostiglia liegt am linken Ufer des Po und wird von der antiken Via Claudia Augusta Padana durchquert. Der Ort bietet damit eine Verbindung von Flusslandschaft, Kulturgeschichte und Naturbeobachtung.
Archäologie und Palazzina Mondadori
Im Museo civico archeologico di Ostiglia sind zwei Säle Funden aus der Bronzezeit, der Eisenzeit und der römischen Zeit gewidmet; ein dritter großer Raum dient Ausstellungen und einem pädagogischen Bereich.
Für den Besuchsstatus des Museo Archeologico gilt: Es ist wegen des Erdbebens von 2012 auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der unbestimmte Besuchsstatus des Museums ist für die Kulturplanung als eigener Punkt zu berücksichtigen.
Die Palazzina Mondadori ist ein restauriertes Gebäude im Liberty-Stil und beherbergte Arnoldo Mondadoris erste Druckerei. In dem Gebäude befindet sich seine persönliche Bibliothek mit etwa 1.000 Büchern; einige davon sind von den jeweiligen Autoren signiert. Außerdem gibt es dort Unterrichtsräume, multimediale Räume und Ausstellungsräume.
Türme, Wehrgang und Sakralbauten
Von der historischen Burg von Ostiglia sind nur die drei Türme Campanaria, dell’Orologio und delle Prigioni erhalten. Das Museo delle Torri befindet sich in den ersten beiden erhaltenen Türmen und im sie verbindenden Wehrgang. Es zeigt Funde, die Ostiglias Geschichte vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert veranschaulichen.
Die Chiesa di Santa Maria Assunta stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ihr großer Bodenbelag im palladianischen Stil enthält drei eingelassene Mosaikstücke. In der Ortschaft Comuna bei Ostiglia steht das Santuario della Beata Vergine, das vom Ende des 14. Jahrhunderts stammt und in der Renaissance von Giulio Romano umgestaltet wurde.
Paludi di Ostiglia und Po-Insel
Die Paludi di Ostiglia gehören zum Natura-2000-Netz und zählen zu den international bedeutenden Feuchtgebieten Italiens. Sie beherbergen 175 Vogelarten. Für die Vogelbeobachtung gibt es Beobachtungshütten und Fernrohre.
Zwischen Ostiglia und Revere liegt im Flussbett des Po eine kleine, etwa 37 Hektar große Insel. Bei Niedrigwasser kann sie zu Fuß oder mit dem Boot erreicht werden. Für die Wahl zwischen einem Zugang zu Fuß und mit dem Boot bleibt der Wasserstand der relevante Bezug. Die Insel ist als Sito di Importanza Comunitario (SIC) und Zona di Protezione Speciale (ZPS) eingestuft und gehört zum europäischen ökologischen Netz Natura 2000.
Radfahren auf ehemaliger Bahntrasse
Die ehemalige Militärbahn, die Treviso mit Ostiglia verband, wurde in einen Radweg umgewandelt. Der Ostiglia-Treviso-Radweg ist eben und von Bäumen gesäumt; er verläuft überwiegend auf asphaltierten Straßen oder Schotterwegen. Wer die Strecke abschnittsweise plant, sollte dabei sowohl asphaltierte Straßen als auch Schotterwege berücksichtigen.
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