Marcaria zwischen Feuchtgebiet und Geschichte

File:Str. Gazzo - Marcaria, Mantova, Italy - March 2, 2019 01.jpg File:Str. Gazzo - Marcaria, Mantova, Italy - March 2, 2019 01.jpg Foto: Giorgio Galeotti via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Marcaria zwischen Feuchtgebiet und Geschichte

Marcaria ist ein Ziel für Reisende, die Natur und Kultur miteinander verbinden möchten. Das Naturschutzgebiet Torbiere di Marcaria steht für eine besondere Landschaft am Fluss Oglio, während Kirchen, historische Baukomplexe und die Ponte di barche di Torre d’Oglio Einblicke in verschiedene Epochen und regionale Besonderheiten geben. Für Ihre Reiseplanung lässt sich Marcaria deshalb nach Interessen entdecken: als Ort für Naturbeobachtung, Kulturgeschichte und einen Ausflug entlang des Percorso Parco Oglio Sud.

Torbiere di Marcaria und die Reiherkolonie

Das Naturschutzgebiet Torbiere di Marcaria ist ein Feuchtgebiet innerhalb eines ehemaligen Mäanderbogens des Flusses Oglio. Mehr als zwei Drittel der Fläche sind von Schilfvegetation mit kleineren Seggenbeständen bedeckt. Diese Zusammensetzung prägt den Charakter des Schutzgebiets und macht die Pflanzenwelt zu einem zentralen Aspekt des Besuchs.

Zur Tierwelt gehört eine Reiherkolonie mit mehreren hundert Nestern. Wer sich für Feuchtgebiete, Uferlandschaften und Vögel interessiert, findet hier einen konkreten Naturbezug, der Marcaria von einer rein kulturhistorischen Ortsbesichtigung unterscheidet. Die Nähe des Bahnhofs Marcaria ist dabei ebenfalls bemerkenswert: Der Bahnhof an der Bahnstrecke Mantova–Piadena–Milano liegt wenige hundert Meter vom Naturschutzgebiet entfernt.

Historische Bauwerke in Casatico und Marcaria

Im Ortsteil Casatico befindet sich die Corte Castiglioni, ein Baukomplex aus dem 15. Jahrhundert. Man betritt ihn durch ein geschlossenes Zinnenportal, das früher über eine Zugbrücke verfügte. Mit diesem Bauwerk ist außerdem Baldassare Castiglione verbunden, der Autor von „Il Cortegiano“: Er wurde 1478 in der Corte Castiglioni geboren.

Auch Marcarias sakrale Bauwerke führen weit in die Vergangenheit zurück. Die tausendjährige, einschiffige Kirche San Giovanni liegt innerhalb des Friedhofs von Marcaria. In der Pfarrkirche von Marcaria wird das Altarbild „Vergine e Santi“ von Felice Cignaroli aus dem Jahr 1767 bewahrt. Eine ältere historische Ebene eröffnen Dokumente aus der Karolingerzeit, in denen Marcaria und Campitello als eigenständige Curtes erscheinen, die dem Nonnenkloster S. Giulia di Brescia gehörten.

Bootsbrücke und Percorso Parco Oglio Sud

Ein weiteres prägendes Ziel ist die Ponte di barche di Torre d’Oglio. Die Straßenbrücke aus Booten verbindet San Matteo delle Chiaviche und Cesole. Sie wurde 1926 errichtet, nachdem ein Konsortium aus Viadana, Marcaria und Dosolo für den Bau und Betrieb der Bootsbrücke gegründet worden war. Damit verbindet sich in Torre d’Oglio ein konkretes Verkehrsbauwerk mit einer ungewöhnlichen Konstruktion.

Der Percorso Parco Oglio Sud endet in Marcaria und führt in Torre d’Oglio über eines der letzten erhaltenen Beispiele einer Bootsbrücke. Im Ortsteil Casatico ermöglicht der Verlauf außerdem den Besuch der Corte Castiglioni. Für Ihre Orientierung sind damit drei unterschiedliche Schwerpunkte klar erkennbar: das Feuchtgebiet Torbiere di Marcaria, die historischen Zeugnisse von Marcaria und Casatico sowie die Bootsbrücke am Oglio. Für die Anreise zur Torbiere di Marcaria besteht eine tägliche Busverbindung von und nach Mantova.

Weitere Orte

Weitere Orte: Gazzuolo, Motteggiana, Ceresara, Villastrada, Gabbiana, Libiola, Suzzara, Casalmoro.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mantua.

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