Castiglione Delle Stiviere: Gonzaga-Erbe und Moränenlandschaft
Castiglione Delle Stiviere vereint religiöses Erbe, Gonzaga-Geschichte, humanitäre Erinnerung und eine markante Moränenlandschaft. Die Basilica Santuario di San Luigi Gonzaga, mehrere Museen, das Convento di Santa Maria und das SIC Complesso Morenico di Castiglione delle Stiviere eröffnen Ihnen unterschiedliche Zugänge zur Stadt. Der thematische Bogen reicht dabei von Wallfahrt und sakraler Kunst über humanitäre Erinnerung bis zu römischen Spuren und Wegen durch die Moränenhügel.
Wallfahrt und Gonzaga-Geschichte
Die Basilica Santuario di San Luigi Gonzaga wurde 1964 von Papst Paul VI. zur Basilica minor erhoben. In ihr wird eine Reliquie des Heiligen Aloysius Gonzaga aufbewahrt; zugleich ist die Basilica ein Ziel für Wallfahrten. Das Museo Aloisiano bewahrt bedeutende Werke sakraler Kunst auf, die mit dem Heiligen Aloysius Gonzaga verbunden sind. Dazu gehört ein bedeutender Porträtzyklus der Gonzaga-Familie aus dem in Castiglione vertretenen jüngeren Familienzweig.
Für den Besuch des Museo Aloisiano ist ausschließlich eine vorherige Reservierung vorgesehen; außerdem wird eine Führung bereitgestellt.
Humanitäre Erinnerung und lokale Kunst
Das Museo Internazionale della Croce Rossa wurde am 24. Juni 1959 im Palazzo Longhi eröffnet, genau ein Jahrhundert nach der Schlacht von Solferino. Das Museo gilt als Ort, der die humanitäre Tätigkeit von ihren Ursprüngen bis zur Gegenwart vermittelt. Das Museo Internazionale della Croce Rossa bewahrt außerdem den Originaltext des 1862 von Henry Dunant verfassten Buches „Un ricordo di Solferino“. Die Galerie im Palazzo Menghini zeigt dauerhaft die Ausstellung „Segno e identità di una Comunità. Grandi artisti del Novecento castiglionese“.
Historische Spuren am Convento di Santa Maria
Das Convento di Santa Maria wurde im 16. Jahrhundert als Landhaus der Familie Gonzaga errichtet. Luigi Gonzaga zog sich 1584 zum Gebet in das Convento di Santa Maria zurück. Bei der römischen Villa des Convento di Santa Maria ist ein schwarz-weißer Mosaikfußboden aus dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. wieder zum Vorschein gekommen. Zur römischen Villa gehört außerdem ein etwa sechs Meter durchmessender kreisförmiger unterirdischer Raum mit einer alten Quelle, der als Thermalsaal gilt. Hier reichen die historischen Bezüge von der Gonzaga-Zeit bis in die römische Epoche.
Moränenhügel, Wälder und Wege
Das SIC Complesso Morenico di Castiglione delle Stiviere umfasst innerhalb der Stadt 115,75 Hektar. Dazu gehören Zerreichenwälder an den Hängen, uferbegleitende Weidenwälder, Reste trockener Wiesen an überwiegend nach Süden ausgerichteten sonnigen und steilen Hängen sowie das Feuchtgebiet Valle mit Ufer- und Sumpfvegetation. Das SIC ist über Wanderwege und lokale Straßen zugänglich.
Auch der mantuanische Abschnitt der Via Carolingia beginnt in Castiglione delle Stiviere, führt durch die Moränenhügel und weiter zum Convento di Santa Maria.
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