Nesso am Comer See: Wasser, Wege und Geschichte
Nesso am Comer See verbindet eindrucksvolle Wasserlandschaft mit dicht aufeinanderfolgenden Spuren der Ortsgeschichte. Im Mittelpunkt steht der Orrido di Nesso: Hier treffen die Bäche Tuf und Nosè zusammen, während die Wasserkraft einst für die Entwicklung der örtlichen verarbeitenden Industrie entscheidend war. Mühlen, Papiermühlen, Spinnereien und Ölmühlen wurden von ihr angetrieben.
Wasser, Brücken und besondere Landschaften
Den Orrido di Nesso können Sie von der Piazza Castello oder von der mittelalterlichen Ponte della Civera am Ufer des Comer Sees aus sehen. In Nosée bildet das Tal unter einer charakteristischen steinernen Brücke mit zwei Bögen ein großes Wasserbecken. Zwischen den Steinen liegt außerdem ein zweites markantes Becken, das den Namen „Pozzo dei Ladri“ trägt.
Spazierwege auf alten Verbindungen
Für aktive Erkundungen stehen in Nesso Spazierwege auf der antiken Strada Regia zur Verfügung, jener historischen Verbindung zwischen Como und Bellagio. Die Route „Itinerari Nesso: avventura tra acqua e storia“ führt vom Seeufer durch alte Ortsteile, über Abschnitte der Strada Regia und an Aussichtspunkten vorbei bis zum Wasserfall Budanchen. Auf einem gestuften Weg geht es zurück ins Zentrum; als Schleife verläuft die Strecke durch historische Gassen und über Brücken mit Ausblicken auf die Bäche Tüff und Nosè.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Route „Borghi, mulattiere e ponti storici sul Lago di Como“. Sie führt zur Erkundung von Nesso über Abschnitte der Strada Regia, die Ponte della Civera, die Ponte Tuf und die Ponte Noseè.
Kirchen und Ortsgeschichte
Die Chiesa di Santa Maria – Vico wurde vom Orden der Humiliaten gegründet, der karitativen und hospitalischen Tätigkeiten gewidmet war. Ihr Sichtsteinmauerwerk prägt das Gebäude; ein Portikus verbindet die Kirche mit einigen zivilen Bauwerken und mit der Fassade und dient als Zugang.
Der Überlieferung zufolge wurde die Chiesa arcipretale SS. Pietro e Paolo – Borgo im 11. Jahrhundert von Bischof Rainaldo gegründet. Sie war die Plebankirche der Pieve di Nesso; ihre Bedeutung wird durch die reich verzierte Innenausstattung bezeugt. Die Chiesa di San Martino – Careno wurde vor 1184 errichtet und war die Pfarrkirche der Fraktion Careno, bis Mitte des 17. Jahrhunderts eine neue Kirche entstand.
Auch die Chiesa di San Lorenzo – Castello reicht weit zurück: Erstmals wurde sie 1184 in einem von Papst Lucius III. verfassten Dokument erwähnt. Das heutige Gebäude ersetzte im 16. Jahrhundert eine frühere Kirche.
Festung mit Blick von außen
Vom Castello di San Lorenzo ist eine erhaltene Mauer bis zu 15 Meter hoch. Sie gehört zu einer Befestigungsanlage, die die Comasken 1449 auf den Resten eines früheren Gebäudes errichteten. Wegen des Privateigentums kann das Castello di San Lorenzo nur von außen besichtigt werden.
Anreise und Unterkunft in Nesso
Nesso wird von den Buslinien C30 Como–Bellagio und C32 Como–Piano del Tivano bedient. Außerdem legen einige Schiffe der Verbindung Como–Colico in Nesso an.
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