Campo Ligure: Filigrankunst, Ortsgeschichte und Natur im Beigua

File:Campo Ligure - Municipio.JPG File:Campo Ligure - Municipio.JPG Foto: Luca Aless via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Campo Ligure verbindet traditionsreiche Filigrankunst mit einem historischen Ortskern und der geschützten Landschaft des Beigua. Der Ort eignet sich für Sie als Ziel, wenn Sie italienische Kultur über Handwerk, sakrale Kunst, Baugeschichte und Natur kennenlernen möchten. Museum, Werkstätten, Kirchen, Burganlage und Straßenplan zeigen dabei unterschiedliche Seiten desselben Reiseziels.

Landschaft und Ankunft

Campo Ligure gehört zum Parco Naturale Regionale del Beigua, einem Schutzgebiet mit geologischen, botanischen, faunistischen und historisch-kulturellen Besonderheiten. So steht neben dem historischen Ortskern auch ein klar bestimmter Naturraum im Mittelpunkt Ihres Aufenthalts. Für die Anreise ist der Bahnhof von Campo Ligure ein konkreter Orientierungspunkt; er liegt an der Bahnstrecke Genova Brignole–Ovada–Acqui Terme.

Filigran als prägende Handwerkstradition

Im Museo della Filigrana wird die besondere Handwerkstradition des Ortes greifbar. Das Museum entstand 1984 auf Initiative der öffentlichen Verwaltung und mit dem wichtigen Beitrag des Sammlers Pietro Carlo Bosio. Es zeigt Beispiele der lokalen Produktion sowie seltene Meisterwerke, die auf vier Kontinenten zusammengetragen wurden. Der Blick reicht damit von der Arbeit in Campo Ligure bis zu Filigranstücken mit internationalem Sammlungshorizont.

Antonio Oliveri eröffnete 1884 in seiner Heimat Campo Ligure eine Werkstatt zur Verarbeitung von Filigran. Bald stieg die Zahl der Filigranwerkstätten in Campo Ligure auf 33. Noch heute fertigen Handwerker in den Werkstätten von Campo Ligure mit „bruscelle“, Zangen verschiedener Größen, und einem Brenner zum Löten von Silberdrähten kostbare silberne Filigranarbeiten: Filigranschmuck. Für Sie verbindet sich hier eine frühe Werkstattgeschichte mit einer bis heute ausgeübten handwerklichen Tätigkeit.

Kirche und Kunst im historischen Ortskern

Die Chiesa della Natività ist die älteste Kirche im historischen Ortskern von Campo Ligure; ihre ursprünglichen Formen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die definitive Pfarrkirche entstand zwischen 1758 und 1762. In der Kirche befindet sich eine Pietà von Vittorio Amedeo Rapous aus dem Jahr 1761. Ebenfalls dort befindet sich das Altarbild „Martirio di Santa Lucia“, das Bernardo Strozzi zugeschrieben wird, der wahrscheinlich aus Campo Ligure stammte. Damit treffen in der Chiesa della Natività Ursprungsformen aus dem 15. Jahrhundert, ein Bauabschnitt des 18. Jahrhunderts und zwei bedeutende Werke aufeinander.

Castello und römisches Ortszentrum

Das Castello di Campo Ligure wurde im 10. Jahrhundert mit einem zentralen Turm befestigt. Seine restaurierten Räume dienen als Ausstellungs-, Versammlungs- und Dokumentationsräume sowie für Konzerte und Aufführungen. Um das Castello wurde ein Park wiederhergestellt, mit dem Ziel einer möglichst guten Nutzbarkeit. Die Burganlage verbindet somit Befestigungsgeschichte mit kulturellen Räumen und einem neu gestalteten Außenbereich.

Der weitgehend unveränderte Straßenplan des Ortszentrums von Campo Ligure folgt vollständig dem römischen Schema des „campus“. Die Struktur des Zentrums ergänzt die Kirchen- und Burggeschichte um eine weitere historische Ebene und macht den Ort auch für Besucher interessant, die sich mit Stadtentwicklung und alten Siedlungsformen beschäftigen.

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